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In Aachen fand eine Podiumsdiskussion zum ehrenamtlichen Engagement im Bistum Aachen statt

Manfred Körber vom Generalvikariat, Diözesanratsvorsitzende Renate Müller und Alois Sievers aus Langerwehe auf dem Podium.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 47/2012

Neuer Wein in neue Schläuche

Diskussionsabend rückte die Bedeutung des kirchlichen Ehrenamtes ins Bewusstsein

Mit einem Diskussionsabend schärfte der Diözesanrat der Katholiken jetzt das Bewusstsein dafür, was Ehrenamtler in den katholischen Gemeinden unserer Region tagtäglich leisten.

Im Café Miteinander im Aachener Osten begrüßte die Diözesanratsvorsitzende Renate Müller Praktiker, die mit Fachleuten über das kirchliche Ehrenamt diskutierten. Dabei waren Ursula Hahmann vom Gemeindeteam ZeitFenster, Tom Schumacher von der Fraternität Aachen und Alois Sievers, Gremienaktiver aus Langerwehe. Sie alle engagieren sich vor Ort in ihrer Freizeit. In das Gespräch brachten sich Sonja Billmann, stellvertretende Vorsitzende des Diözesanrats, Manfred Körber, Abteilungsleiter im Bischöflichen Generalvikariat, Manfred Reinders, Vorsitzender des städtischen Beirates für Vereine und Ehrenamt, sowie Pfarrer Josef Wolff von der Pfarrei St. Lukas Düren ein.

„Ehrenamt unterliegt heute einem starken Wandel und die Gemeinden müssen sich darauf einstellen“, betonte Müller eingangs. Freiwilligenarbeit, bürgerschaftliches Engagement – Ehrenamt hat viele Namen, ist hochgelobt, unbezahlbar, Gegenstand von Studien und wird mit Preisen ausgezeichnet. „Klar ist, dass Ehrenamt unverzichtbar ist. Zudem hat es eine freiwillige Basis, ist unbezahlt und selbstbestimmt“, erklärte Müller. Im kirchlichen Ehrenamt finde zurzeit nach Einschätzung von Fachleuten ein größerer Umbruch statt. „Zum Ehrenamt gehört nicht mehr nur die traditionelle Mitarbeit bei Liturgie, der Vorbereitung der Sakramente sowie in Ämtern und Gremien“, betonte Müller. Es halte verstärkt die projektbezogene Arbeit Einzug.

„Ehrenamt ist für mich keine Belastung, sondern eine Berufung. In der ZeitFenster-Gemeinde schaffen wir Angebote, die zu uns passen. Ich bin berufstätig, habe zwei Kinder und bin viel eingespannt“, erzählt Hahmann. ZeitFenster gebe ihr die Möglichkeit, Kirche positiv zu erleben und selbst mitzugestalten. „Ich hatte großen Kirchenfrust, habe mich nun mit meiner Familie wieder angenähert. Durch meine Arbeit als Webdesignerin kam ich in Kontakt mit der Gemeinde rund um Jürgen Maubach. Wir schaffen Zeitfenster, in denen wir inhaltlich arbeiten und spirituelle Angebote wahrnehmen“, erzählt die 42-Jährige.

Der gelernte Altenpfleger Schumacher ist durch eine neuromuskuläre Erkrankung an den Rollstuhl gebunden. Er besucht Demenzkranke, Senioren und Gefangene und empfindet diese Tätigkeit als große persönliche Bereicherung. „Meine Motivation ist der Einsatz für mehr Menschlichkeit“, betont er. Werte, nicht Geld würden ehrenamtliches Handeln bestimmen. „Jeder kann sein Talent einbringen. Wichtig ist, dass wir Wertschätzung erfahren.“

 

Ehrenamtler wollen keine Lückenbüßer sein

Sievers ist 61 Jahre alt und war von 1993 an Vorsitzender des Pfarrgemeinderats. „Über die Familienmessen kam ich in Kontakt mit der neuen Pfarrei. Es muss Freude machen, dann kann man auch viel arbeiten.“ Auch im Orgelbauverein und im Kirchenchor engagiere er sich gerne. „Ehrenamtler wollen keine Lückenbüßer sein, sondern sich selbstbewusst frei entfalten“, betonte Müller. Der Begriff „kirchliches Ehrenamt“ sei so nicht mehr korrekt. Kirche ist öffentlicher Raum und als Christ steht man in der Tradition und Pflicht, einen Beitrag für diesen zu leisten. Dabei spielt es keine Rolle,

ob man sich bei Greenpeace oder in der Pfarrei engagiert. Wichtig sind die Rahmenbedingungen: Qualifizierung, Begleitung, Dankeskultur, Versicherungsschutz sowie die Erstattung von Kosten für Kopien oder Fahrten. Ehrenamt muss aktiv gefördert und nicht gebremst werden.


Von Nina Krüsmann

Veröffentlicht am 27.12.2012

 
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